Frog Leap metalisiert und Wiesbaden feiert hart gecoverten Kultsongs

Wenn schon Metalcover, dann aber mit Vollgas. Wer am 01. April 2025 im Schlachthof Wiesbaden war, erlebte keine gewöhnliche Coverband, sondern eine ausgelassene Metal-Party mit Frog Leap. Bandgründer Leo Moracchioli packt alles von aktuellen Chartstürmern bis zu unsterblichen Klassikern in ein brachiales Metal-Gewand. Kein Genre, kein Lied, keine Note ist vor ihm sicher. Was ihm gefällt, wird gnadenlos metalisiert. So wurde jeder Song zur Überraschung und genau das machte den Abend auch spannend.
Eine Vorband brauchte der norwegische Musikproduzent und seine Crew nicht, dafür ließen sie zum Warm-up eine etwa 30-minütige Playlist mit Klassikern aus dem Rock- und Metalgenre spielen. Unter dem Banner Frog Leap startete der Leo zunächst mit blonder Kurzhaarperücke zum Opener „Party Rock Anthem“ – anfangs unterstützt durch Phil Dyer an der Gitarre, Truls Haugen am Schlagzeug und Erik Torp am Bass. Zum darauffolgenden „Sweet Home Alabama“ komplettierte dann die Singer-Songwriterin Hannah Boulton das Quintett.
In der Playlist reihte sich ein Hit an den anderen, natürlich ganz in Leos unverkennbarem Metal-Style, der den Multiinstrumentalist und Sänger vor allem auf YouTube bekannt gemacht hat. Rocksongs wie „The House of the Rising Sun“ oder „Africa“ von Toto wurden ebenso musikalisch hart uminterpretiert wie moderne Pop-Songs. Adeles „Hello“ oder „Therefore I Am“ von Billie Eilish feierten die Metalheads im Schlachthof mit der gleichen Euphorie. Aber auch Kinderlieder verschonte Frog Leap nicht. „Erzählt morgen auf der Arbeit, dass ihr zu Row, Row, Row Your Boat im Moshpit getanzt oder dazu headgebangt habt,“ scherzte Leo sinngemäß. „I’m Gonna Be (500 Miles)“ trug die Partylaune nahtlos weiter. Ein vorzeitiges Highlight bildete der Titelsong zum Filmklassiker „Ghostbusters“, bei dem die komplette Halle textsicher mitgrölte. Das bunte Potpourri an Songs sorgte für ausgelassene Stimmung, bei der sich wohl jeder wiederfand und voller Freude mitsang.
Ebenso locker waren die Bandmitglieder drauf. Leo bewies sich immer wieder als Entertainer, der mit seinen lustigen Ansagen und schrägen Posen zu unterhalten wusste. Seine raue, kräftige Stimme – teils gutturaler Gesang – prägte die Coversongs. Aber auch Phil zeigte mehrfach mit schnellen Soli und präzisen Riffs seine Fingerfertigkeit an der Gitarre. Im Hintergrund hämmerte Truls auf seine Felle ein und stellte zeitweise auch sein gesangliches Talent unter Beweis. Während Erik entspannt seine Basslines spielte, wirbelte Hannah über die Bühne und animierte die Fans unentwegt. Ihr gesangliches Talent unterstrich sie einmal mehr beim Heart-Cover „Barracuda“. Die Musiker teilten sich die Bühne auf lockere Weise, sodass Leo nicht immer im Fokus stand. Als Running Gag erwies sich der Wochentag, den Leo anfangs nicht mehr wusste, bis er bemerkte, dass seine Fans tags darauf arbeiten gehen müssen – eine Erkenntnis, die er mehrfach wiederholte. Die Band witzelte immer wieder über sich selbst oder über angebliche Tinder-Gewohnheiten ihrer Mitglieder. Alles wirkte harmonisch und freundschaftlich.
Zum Finale zündeten Frog Leap ein letztes Feuerwerk. Mit „Eye of the Tiger“ sowie „Uptown Funk“ heizten Leo & Co. die Menge noch einmal auf, bevor sein Hit „Dance Monkey“ durch die Halle dröhnte und alle mittanzten. Spätestens beim legendären The-Cranberries-Hit „Zombie“ sang der ganze Schlachthof aus voller Kehle mit. Ein krönender Abschluss für einen Abend voller energiegeladener Metal-Cover.
Für den Begründer der Frog Leap Studios war es bereits der zweite Auftritt im Schlachthof Wiesbaden und erneut bewies er, warum seine Shows einzigartig sind. Sowohl seine Musikauswahl als auch seine Bühnenperformance sorgten für großartige Stimmung und das merkte man den Fans deutlich an, die auch an einem Dienstag ohne Kompromisse bereit waren, gesanglich alles zu geben und kräftig abzurocken.