Indie-Rock mit Phillip Boa and the Voodooclub in der Batschkapp Frankfurt

Indie-Rock mit Phillip Boa and the Voodooclub in der Batschkapp Frankfurt

Am Samstagabend, den 15.03.2025, steht Phillip Boa and the Voodooclub innerhalb der „Singles + Songs aus ihrem Katalog“ Tour auf der Bühne in der Batschkapp Frankfurt. Nicht ausverkauft aber sehr gut gefüllt ist die Halle bereits beim Support an diesem Abend, den Vanessa Anne Redd eröffnet. Die britisch-deutsche Singer-Songwriterin bezaubert mit alternativ-kosmischem Folk-Rock und einer sehr schönen klaren Stimme. Ihre Musik wird durchzogen von einer atmosphärischen, manchmal fast hypnotischen Klangästhetik, die durch eine wundervolle Lichtinszenierung auf der Bühne unterstrichen wird. Eine ganz starke Einstimmung auf das was folgen soll und für Vanessa ist der Auftritt nicht vorbei, denn sie übernimmt die Rolle der weiblichen Vocals bei Phillip Boa and the Voodooclub, wie sie das schon seit einigen Jahren immer wieder bei verschiedenen Live-Auftritten der Band tut.

Die Halle füllt sich langsam noch ein wenig mehr und pünktlich um 20 Uhr beginnt ein Konzert mit einer direkt elektrisierenden Stimmung. Die Fans, die sicher gut gemischt sind aus einer langjähren Fangemeinde und neueren Zuhörern, sind von Anfang an enthusiastisch dabei mit hochgestreckten Armen und lautstarkem Jubeln, immer wenn ein neuer Song angestimmt wird. Boa ist wie immer wortkarg aber ein Ansagen der Titel ist auch nicht nötig. Die Menge erkennt größtenteils bereits beim ersten Ton um welchen es sich handelt und singt dann textsicher mit. Die Band setzt auf treibende Rhythmen und kantige Gitarren und der Live-Sound wirkt druckvoller und direkter als auf den Studio-Alben, wenn auch leider Boas Gesang gegen Ende des Konzerts hin und wieder ein wenig zu leise rüberkommt. Der Percussion-Sound in „Life After Being A Zombie“ ist kraftvoll, tribalartig und rhythmisch komplex. Er verleiht dem Song eine zeremonielle, rituelle Energie; einfach klasse dargeboten. Insgesamt lebt die Performance von einem dynamischen Wechsel zwischen düsteren, melancholischen Stücken und treibenden, tanzbaren Nummern. Und es wird getanzt, und zwar ausgelassen bis in die allerletzte Reihe. Sogar das Poguen inmitten der Menge darf nicht fehlen. Besonders bei Klassikern wie „Container Love“ oder „This Is Michael“ erreicht die Stimmung ihren Höhepunkt.

Zusammenfassend war das Konzert von Phillip Boa & The Voodooclub eine emotionale und musikalische Reise voller Energie, Melancholie und hypnotischer Klangwelten. Ein echtes Erlebnis für alle, die Musik mit Tiefgang lieben. Ein wenig schade, dass Fotos nur von sehr weit hinten mitgenommen werden durften und der Graben vor der Bühne somit leer blieb aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Silke Kemmer

Redakteurin und Fotografin